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Macht Zucker Kinder wirklich hyperaktiv?

05. Juni 2026

Kindergeburtstag, Limonade, Kuchen, Gummibärchen – und zwei Stunden später ist das Kind kaum wiederzuerkennen. Überdreht, laut, neben sich. Und sofort fällt der Satz: „Das ist der Zucker." In der neuen Folge von Fachlich. Menschlich. schaue ich genauer hin: Was ist Mythos, was ist belegt – und was heißt das für den Alltag?

Der Zucker-Hyperaktivitäts-Mythos hält wissenschaftlich nicht

Die Vorstellung, dass Zucker Kinder pauschal hyperaktiv macht, ist eine der hartnäckigsten Überzeugungen unter Eltern. Kontrollierte Studien finden den direkten Zusammenhang zwischen Zuckermenge und Verhalten nicht in der Form, in der wir ihn erwarten. Was wir auf Geburtstagen sehen, hat oft mehr mit Aufregung, vielen Kindern, wenig Schlaf und der Ausnahmesituation zu tun als mit dem Stück Kuchen selbst.

Es geht nicht um eine zuckerfreie Kindheit. Es geht um den Alltag – und um stille, selbstverständliche Gewohnheiten, die sich über Jahre aufbauen.

Was Zucker tatsächlich macht – und warum flüssiger Zucker das Problem ist

Relevant ist vor allem, was Zucker mit dem Blutzucker und damit mit Stimmung und Energie macht. Besonders problematisch ist flüssiger Zucker – in Saft, Limo und Smoothies. Er kommt schnell, in großer Menge und ohne das Sättigungsgefühl, das feste Nahrung mitbringt.

Ein Glas Orangensaft enthält oft ähnlich viel Zucker wie eine Cola – nur mit dem besseren Image.

Süßstoffe – die bessere Lösung? Eher ein Umweg

Süßstoffe nehmen zwar den Zucker raus, halten aber die Gewöhnung an intensive Süße aufrecht. Genau die verändert mit der Zeit die Geschmackswahrnehmung – Wasser und ungesüßte Lebensmittel wirken dann schnell „langweilig".

Was im Alltag wirklich hilft

Der entscheidende Hebel ist kein Verbot, sondern eine Norm: Wasser zur Selbstverständlichkeit machen. Süßes bleibt möglich, aber es ist die Ausnahme, nicht der Dauerzustand.

Take-aways

🎧 Jetzt reinhören: Die ganze Folge gibt es auf Spotify. Quellen u.a.: Wolraich et al. (1995, JAMA) und Ludwig et al. (2001, The Lancet).

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